Solothurner Spitäler

GESCHÄFTSBERICHTE

Geschäftsbericht 2019 – «Die Weichen für die Zukunft sind gestellt»

Der Regierungsrat hat an der Generalversammlung vom Dienstag, 9. Juni 2020, den Geschäftsbericht 2019 der Solothurner Spitäler AG (soH) verabschiedet. Viele Solothurnerinnen und Solothurner haben der soH auch 2019 ihr Vertrauen geschenkt, was sich in einer Zunahme der stationären Patientinnen und Patienten um 2 Prozent und der ambulanten Patienten um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eindrücklich zeigt.

In den drei Akutspitälern Solothurn, Olten und Dornach behan­delte die soH 30 240 Patientinnen und Patienten stationär im Ver­gleich zu 29 661 im Vorjahr. Die Zahl der ambulanten Fälle entwickelte sich in der ganzen soH im Ver­gleich zum Vorjahr mit einem Plus von 5,2 Prozent, von 187 782 auf 192 325. In den Psychiatrischen Diensten lagen die akutsta­tionären Austritte insgesamt 0,8 Prozent höher als im Vorjahr.

Insgesamt schloss die soH ihre Rechnung 2019 gleichwohl leider mit einem kon­solidierten Jahresverlust in Höhe von – 5,7 Mio. ab. Damit ist das Gesamtergebnis, trotz guter Auslastung aller Spitäler, erneut nicht positiv. Beruhigend ist immerhin, dass der Verlust dank besserer Leistungszahlen tiefer ausgefallen ist als budgetiert.

Für das Ergebnis gibt es drei Gründe. Die ambulanten Tarifstrukturen haben sich geändert, was mit gerin­geren Einnahmen für gleiche Leistungen verbunden ist. Seit 2014 fallen ausserdem jährlich Entschädigungen für spezifische Leistungen weg, zu deren Erbringung uns der Kanton den expli­ziten Auftrag erteilt hat. Schliesslich ist auch der betriebliche Aufwand gestiegen, was sich zum grossen Teil mit den erbrachten Mehrleistungen begründen lässt. Gleichwohl haben der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung Massnahmen eingeleitet, um die Effizienz weiter zu erhöhen, ohne die Qualität zu mindern. Denn im Hin­blick auf eine langfristig solide finanzielle Basis ist die soH darauf angewiesen, mit den leistungsmässig guten Ergebnissen auch positive Finanzabschlüsse zu erreichen.

Die richtigen Entscheidungen getroffen
Das Spital Dornach wird von der Bevölkerung im Einzugsgebiet sowohl im Notfall als auch bei elektiven Eingriffen und Behand­lungen immer stärker geschätzt. So mussten die Fachbereiche der Chirurgie und der Inneren Medizin kontinuierlich mit weite­ren Fachspezialistinnen und -spezialisten erweitert werden, um mit zusätzlichen Leistungsangeboten dem zunehmenden Pati­entenstrom gerecht zu werden. Bereits seit Juni 2019 können sich Patienten mit Hormonstörun­gen, Diabetes und Adipositas am Spital Dornach genauso umfas­send wie in Olten und Solothurn behandeln lassen.

Aufgrund der grossen Nachfrage in Dornach beschloss die soH auch eine rasche, aber nachhaltige infrastrukturelle Sofortentlastung, indem alle administrativen Arbeitsplätze in einen Dachaufbau ausgela­gert werden. Dadurch wird im Erdgeschoss deutlich Raum ge­wonnen und in Zukunft wird es ausschliesslich für die Betreuung und Behandlung von Patienten, also für medizinische und pfle­gerische Dienstleistungen genutzt werden können. Die Vorberei­tungen für die baulichen Massnahmen haben begonnen, sodass die Erweiterung der patientennahen Bereiche bis ins Frühjahr 2021 abgeschlossen sein werden. Im Sinne einer hohen medizi­nischen Qualität und eines damit stark verbesserten Patienten­nutzens werden die infrastrukturellen Möglichkeiten für das Tagesgeschäft im Notfall und in den Ambulatorien deutlich opti­miert.

Dank personelle Neu­besetzungen und Abrundungen des Leistungsangebots konnten für die Patientinnen und Patienten am Jurasüdfuss nochmals erhebliche Verbesserungen erzielt werden, welche notabene der Behandlungsqualität zugutekommen. So wurde neu am Bürgerspital Solothurn eine Klinik für Akutgeriatrie aufgebaut, welche nach den gleichen Standards und Behandlungsprozessen wie jene seit Jahren gut funktionie­rende Klinik für Akutgeriatrie am Kantonsspital Olten funktio­niert.

Erst seit Mai 2018 bietet das Kantonsspital Olten ein zunehmen­des Spektrum an operativen Eingriffen mit dem Operationssys­tem daVinciXi® an. Die herausragende technische Präzision, die Patientensicherheit und die bisherigen Behandlungsergebnisse sprechen für den Einsatz dieser Technologie. Sie gelangt bisher bei Eingriffen in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie zum Einsatz. Dank der in kurzer Zeit grossen Anzahl «daVinci-unterstützter» Eingriffe sowie der hohen Patientenzufriedenheit gewann das Kantonsspital Olten so an wertvollen Kompetenzen, dass es zum europaweit einzigen Referenzzentrum für roboterassistierte daVinciXi ®-Operationen im Bereich der Hernienchirurgie er­nannt wurde.

Dass die Mitarbeitenden ihre Arbeit im letzten Jahr sehr gut gemacht haben, zeigen auch verschiedene Rezertifizierungen. Mit Bestnoten rezertifiziert wurde die Palliativstation des Kantonsspitals Olten. Die soH ist sich der Wichtigkeit des ausreichenden Angebots von Palliative Care bewusst und unterstützt deshalb die Umset­zung des kantonalen Konzepts Palliative Care Solothurn in der soH. Im Rahmen des Konzepts wird unter anderem am Bürger­spital Solothurn ein palliativmedizinischer Konsiliardienst als Teil der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Notfallmedizin geschaffen.

In der Psychiatrie stand im vergangenen Jahr wie auch jetzt aktuell vor allem die Kin­der-und Jugendpsychiatrie im Fokus der Geschäftsleitung. In den letzten Jahren zeichnete sich im vergleichsweise kleinen stationären Bereich eine Zunahme der akutpsychiatrischen und komplexen Behandlungsfälle ab, was die personelle und techni­sche Infrastruktur immer mehr forderte. Zudem akzentuierte sich der Fachpersonalmangel, von dem sämtliche kinder-und jugendpsychiatrischen Institutionen in der Schweiz betroffen sind. Damit war die soH gezwungen, sich Gedanken über die zu­künftige, nachhaltige Versorgung der Solothurner Bevölkerung in diesem Bereich zu machen. Ziel der Überlegungen war und ist, so rasch wie möglich nachhaltige Strukturen für das lang­fristige kinder-und jugendpsychiatrische Leistungsangebot zu schaffen.

Als unter den aktuellen Bedingungen optimale Lösung wurde beschlossen, die ambulante Grundversorgung für Kinder und Jugendliche auszubauen und durch aufsuchende Angebote so­wie tagesklinische Strukturen zu ergänzen. Eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung in der stationären Kinder-und Ju­gendpsychiatrie wird mit den universitären Zentren in der Nordwestschweiz (Basel-Stadt / Baselland) und Bern erfolgen.

Neue Verwaltungsratsmitglieder
An der Generalversammlung wurden ausserdem Dr. med. Kaspar Aebi, Marcel Müller und Dr. iur. Orsola Lina Vettori als neue Mitglieder des Verwaltungsrats gewählt. Ausgeschieden ist auf eigenen Wunsch nach achtjähriger Tätigkeit Alois Müller-Allemann, der auch den Verwaltungsratsausschuss Finanzen und Controlling mit grosser Umsicht leitete.

 

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