Solothurner Spitäler

GESCHICHTEN AUS DEN SOLOTHURNER SPITÄLERN

Portrait von Marina Wolf

«Im Berufsalltag Zeit haben heisst, sich mit Gelassenheit um die Gebärende zu kümmern.»

Marina Wolf, dipl. Hebamme im Bürgerspital Solothurn

Mitarbeitergeschichte Marina Wolf

«Oft wird der Moment der Geburt innig herbeigesehnt. Endlich das neue Wunder in den Armen halten. Manchmal dauert es an. Oder es geht ganz schnell.»

Wenn wir die Zeit etwas zurückdrehen: Mit welchem Erlebnis verbinden Sie Ihren ersten Einsatz als Hebamme?
Marina Wolf: «Gerne erinnere ich mich an die erste Geburt, die ich begleiten durfte. Der werdende Vater kümmerte sich rührend um mich. Ich glaube, er hatte mehr Sorge um mich als um seine Frau. Die Zeit hatte ich dabei völlig vergessen.» Mittlerweile hat Marina Wolf schon etliche Kinder auf dem Weg ins Leben begleitet. Sie sieht es als Privileg, Menschen in den intimen Phasen von der Schwangerschaft zur Geburt und bis hin zum Wochenbett unterstützen zu dürfen.
Im Berufsalltag Zeit haben heisst, sich mit Gelassenheit um die Gebärende zu kümmern. Ihr zuhören, mit ihr plaudern und beobachtend herausfinden, welche Unterstützung die werdende Mutter brauchen könnte. Mit dem Aufbau einer Verbindung steigt zunehmend auch das Vertrauen ineinander. Beobachten und einfühlen müsse sich eine Hebamme können. Und dann diese Beobachtungen rasch innerlich auswerten. Soll ich eine Massage anbieten? Oder ist ein Gespräch zur Beruhigung vonnöten? Vielleicht aber einfach nur gemeinsames Schweigen?

Gibt es diese Geburten, bei denen alles nach Plan verläuft?
«Ja, die gibt es. Die Frauen hören auf ihren Körper und nehmen die Situation an, wie sie ist.» Dabei würden sie die Kontraktionen arbeiten lassen. In diesen Momenten gebe es weder Minuten noch Stunden. Vielmehr gleiche das Ganze einem freudigen Fliessen.

Und dann ist plötzlich alles anders, das Kind ist da. Der junge Erdenbewohner meldet von Anbeginn seine Bedürfnisse an. «Es ist halt so», schmunzelt Marina Wolf, «dass das Kleinkind schon bald über die Familienzeit und den Rhythmus bestimmt.»

Was machen Sie nach einem ereignisreichen, rasanten Arbeitstag?
«Auf dem Sofa die Füsse hochhalten und alles etwas verlangsamen, das hilft.» Zum Schluss einen Zeitsprung zurück zur ersten Geburt. Seither ist nämlich etwas geblieben: «Ganz nah am grossen Ereignis vergesse ich Zeit, Tempo und Hektik noch heute. So wie beim ersten Mal. Dieses befreiende Gefühl tut einfach gut. Dies überträgt sich auf die Gebärende.»

Portrait von Lea Streiff

«Was ich bei der soH gelernt habe, darf ich an den Swiss Skills zeigen. – Das macht mich stolz!»

Lea Streiff, Fachfrau Gesundheit FaGe im 3. Ausbildungsjahr in Dornach

Mitarbeitergeschichte Lea Streiff

Lea Streiff konnte sich für die Swiss Skills qualifizieren. Sie erzählt uns, wie es dazu gekommen ist.

Wie ist es dir in der Lehre bisher ergangen?
«Der Anfang in der Lehre war ungewohnt. Plötzlich musste ich jeden Tag zur Arbeit fahren und hatte nicht mehr so viel frei. Aber ich gewöhnte mich bald daran. Der Wechsel zwischen dem Lehrbetrieb, der Gewerbeschule und dem ÜK-Zentrum war spannend. Ich habe mich bald zurechtgefunden. Heute ist die Abwechslung mein Alltag.»

Was gefällt dir besonders am Beruf FaGe?
«Der tägliche Kontakt und die Betreuung der Patienten gefallen mir sehr gut. Ich helfe und pflege gerne andere Menschen, arbeite sehr gerne im Team und schätze den fachlichen Austausch untereinander. Die medizinaltechnischen Aufgaben sagen mir besonders zu. Ich bin gewissenhaft und übernehme gerne Verantwortung.»

Was war deine Motivation für die Teilnahme an den Swiss Skills?
«Meine Motivation war, dass ich mich mit anderen Lernenden messen und ich mich so auch für die Lehrabschlussprüfung vorbereiten konnte. Ausserdem macht es mich stolz, die soH an den Swiss Skills zu vertreten und zu zeigen, was ich während meiner Ausbildung gelernt habe.»

Wie hast du das Ausscheidungsverfahren empfunden?
«Der Tag vom Ausscheidungsverfahren war stressig. Unter ungewohnten Bedingungen eine gute Leistung zu bringen, erschien mir schwierig. Im Lehrbetrieb ist es einfacher: Die Abläufe, Materialien und die Umgebung sind vertraut. So fühle ich mich sicherer. Aber damit hatten alle Kandidatinnen zu kämpfen.»